St. Jacobikirche Gingst (ev.)
Der aus dem 14. Jh. stammende
Backsteinbau hat in seiner Geschichte durch Feuer und Einsturz Schaden
genommen. So schuf man 1726 nach einem schweren Brand eine Stuckdecke und
nach und nach wurde das Kircheninnere im barocken Stil erneuert. Die von dem
Stralsunder Christian Kindt um 1790 geschaffene Orgel ist besonders
ansehnlich. Weitere Ausstattungsstücke sind eine Taufe mit hölzernem Deckel
(1736), eine kunstvolle Kanzel (1743), sowie der 1776 gefertigte Hauptaltar.
Außergewöhnlich:
Eine mittelalterliche Mordwange diente im 18. Jahrhundert als Grabplatte.   
|
St.
Katharinenkirche Trent (ev.)
Im
Jahre 1318 wurde dieses Heiligtum als "ecclesia in Thorente"
erstmalig urkundlich erwähnt. Ein kreuzrippenartiger gewölbter
Chor steht längs zur Mittelachse. Vom dazugehörigen Langhaus
sind nur noch Reste erhalten.
Am Ende des 15.Jahrhunderts wurde das heutige
Langhaus als dreischiffige, gotische Halle erbaut. Man nimmt an,
dass in kriegerischen Zeiten dieses Gotteshaus auch als
Unterschlupf und Zufluchtsort genutzt wurde und die
schießschartenartigen Mauerschlitze der Verteidigung dienten.
Wichtige Schätze und Sehenswürdigkeiten dieser Inselkirche im
Westen Rügens sind der barocke Schnitzaltar aus dem Jahre 1752
von Michael Müller, sowie die Taufstube und der Beichtstuhl.



St. Marienkirche Waase / Ummanz
Die 1291 durch
Zisterzienser Mönche geschaffene Kapelle erhielt 1440 ihre heutige Gestalt
einer Backsteinkirche.
Das
Vorhandensein einer Kirche ist durch die Einrichtung einer selbständigen
Pfarrstelle im Jahre 1322 zur "ecclesia Omanz", die als Filiale von Gingst
bereits vor dieser Zeit existierte, belegt. Seit 1341 ist sie dem
Heilig-Geist-Spital in Stralsund unterstellt. Vom jetzigen Gebäude
entstanden Chor, Schiffsostwand und Sakristei nach der Mitte des 15. Jh.,
die Schiffswestwand als letztes Mauerteil um 1500. Chor und Schiffswestwand
bestehen aus Backsteinmauerwerk, während die Längswände des Schiffes aus
Eichenfachwerk mit Backsteinfüllungen gefertigt sind. Malereien aus der Zeit
um 1470 wurden an den Wänden und am Triumphbogen freigelegt. Das Langhaus im
Fachwerkstil wurde erst im 16./17. Jh. errichtet und im 18. Jh. entstand der
Choranbau.
Äußerst kostbar sind
die Ausstattungsstücke dieser äußerlich unscheinbaren Dorfkirche. Einen
besonderen Blickfang stellt der gotische Schnitzaltar aus Eichenholz mit
bemalten Klappflügeln dar. Dieser Altar aus dem Jahre 1520, welcher
wahrscheinlich für eine englische Kirche gearbeitet wurde, zeigt Szenen aus
dem Leben Thomas Beckets, des Lordkanzlers von Heinrich dem II. Später wurde
der Altar von Stralsunder Kaufleuten für die dortige Nikolaikirche erworben.
1708 wurde er nach Ummanz verschenkt bzw. für wenig Geld verkauft, weil die
Stralsunder keinen Gefallen mehr dran fanden. Heute hätten sie ihn gern
wieder zurück.
Aus der Zeit um 1500
stammt auch das spätgotische Kruzifix. Von den drei Kronleuchtern wurde der
bedeutendste (Mitte des 15. Jh.) aus der Stralsunder Neuen Ratsstube 1708 in
diese Kirche versetzt. Die Kanzel aus dem Jahr 1572 ist durch typische
Renaissanceelemente gekennzeichnet. Sie wurde vermutlich aus einer anderen
Kirche hierher verbracht. Hervorzuheben ist weiterhin der im 15. Jh.
entstandene Sakramentsschrein an der Ostwand neben dem Schnitzaltar.


St. Marienkirche
Bergen auf Rügen
Der
in der alten Fürstenburg in Garz lebende Fürst Jaromar I,
siedelt im Jahre 1168 in die Nähe des heutigen Bergen um. Im
Jahre 1180 begann man mit dem Bau einer dreischiffigen Basilika,
als Endziel war ein Komplex aus Residenz und Hofkirche, ganz
nach dem Vorbild der Braunschweiger Pfalz, geplant. Fürst
Jaromar I, musste seine Pläne, auf Druck der dänischen
Lehnsherren, verwerfen und wurde aufgefordert das
entstandene Bauwerk einem Nonnenkloster zu stiften. 1193 wurde
die Kirche als Benediktinerkloster geweiht und ab 1380 diente
sie gleichzeitig auch als Pfarrkirche.
Die Marienkirche von
Bergen gilt als ältestes Bauwerk von Rügen. Bemerkenswert ist
der in der westlichen Außenwand eingemauerte Grabstein, mit dem
Abbild eines slawischen Priesters welcher vermutlich ein Methorn
in der Hand hält. Da das Methorn als heidisches Zeichen den
damaligen Kirchenherren nicht behangte, wurde dieses entfernt
und durch ein Kreuz ersetzt.




Das
Ziffernblatt der Kirchturmuhr auf der Nordseite ist seit der
Restaurierung im Jahr 1985 in 61 Minuten unterteilt.
St. Bonifatius - Kirche
Bergen
In Bergen, wie
eigentlich auch auf ganz Rügen, hatten es Katholiken sehr
schwer, da Rügen überwiegend protestantisch geprägt war. Ab dem
18.Jahrhundert war offiziell ein Geistlicher vom Festland aus
der Hansestadt Stralsund für die rügener Katholiken
verantwortlich. Die Gottesdienste wurden aber nur in
Privathäusern abgehalten. Dieser Zustand verbesserte sich mit
dem Bau eines Missionshauses mit Kapelle im Jahre 1863. Ein Jahr
später hielt der neu eingestellte Seelsorger Gustav Machai
seinen ersten Gottesdienst für die kleine katholische
Kirchengemeinde, in dem abseits des Stadtzentrums liegenden
Kirchengebäude. Später folgte der Bau eines Pfarrhauses und in
der Zeit von 1868-1878 gab es sogar eine Schule für die zu
diesem Zeitpunkt etwa über 200 Mitglieder zählende
Kirchengemeinde auf der Insel Rügen.





Im Zeitraum von
1904-1917 konnte der geistlichen Maximilian Kaller neue als auch
zu gereiste Anhänger für die katholische Kirchengemeinde Rügen
gewinnen. 1912 wurde die unter dem Berliner Architekten August
Kaufhold erbaute Bonifatiuskirche eingeweiht. Weitere
katholische Kapellen wurde in Garz, Binz und Sellin errichtet.
St.
Maria Magdalena zu Neuenkirchen
Die
im Westteil der Insel Rügen, auf der Halbinsel Lebbin liegende
gotischen Backsteinkirche, gehört zu evangelischen
Kirchegemeinde Neuenkirchen. Neuenkirchen, welches erstmalig
1318 urkundlich erwähnt wurde, gehört zu den etwas verschlafenen
und abseits der Hauptverkehrsstraßen liegenden Orte auf der
Insel Rügen. Die Entstehung des Gotteshauses kann nicht genau
datiert werden, da entsprechende Unterlagen fehlen. Auf Grund
des Baustils erfolgte die Grundsteinlegung im Zeitraum von 1380
- 1450. Das bei der Erbauung dänische Einflüsse eine Rolle
spielten, vermutet man durch entdeckten Malereien, welche
während der Restaurierungsarbeiten am Ende der 60er Jahre zu
Tage traten.
Es wurde in früherer
Zeit der Chor als eigenständige Gebetsstätte errichte, welcher
dann später zur Kirche ausgebaut wurde. Der hölzerne
Glockenstuhl wurde etwa in der Mitte des 17.Jahrhunderts gebaut,
nachdem ein Sturm den Dachstuhl zerstörte. Ein frei stehende
Glockenstuhl wurde erst im Jahre 1900 aufgestellt.
Im Inneren der
Kirche befindet sich eine aus dem Jahre 1566 stammende Kanzel,
welche 1775 als Stiftung der Marienkirche Bergen an das auf
Findlingen erbaute Gotteshaus übergeben wurde. Nicht viel
später, im Jahre 1787, wurde die Ausstattung durch einen Altar
vervollständigt.




St.
Johannes Kirche Schaprode
Die Kirche von Schaprode wurde
nachweislich in der ersten Hälfte des 13.Jahrhunderts gebaut und
ist somit die drittälteste Kirche von Rügen. Durch großzügige
Um- und Neubaumaßnahmen im 15.Jahrhundert blieben von der
ursprünglichen Form nicht viele Bauteile erhalten. Einzig der
Chor und Teile der Ostwand wurden mit übernommen. Das auf
behauenen Findlingen erbaute Gotteshaus erhielt in den Jahren
1722-1723 vom Stralsunder Bildschnitzer Hans Broder die Taufe,
die Kanzel und den Beichtstuhl. Der barocke Altaraufsatz
wurde einige Jahre später von einem unbekannten Künstler
geschaffen. Aus den Anfangszeit der Kirche stammen die beiden
Grabplatten der Familie von Platen, einem auf Rügen weit
ansässigen Adelsgeschlecht. Das von der Wasserseite gut
sichtbare Kirchengebäude diente den Seeleute im Seegebiet
um Schaprode schon seit Jahrhunderten als Landmarke.


Dankeskirche Sehlen
Die Kirche von Sehlen, einem
kleinen Ort auf Rügen, ist eine relativ junge Kirchen, welche
über die Hauskollekte und Spendengeldern finanziert in den
Jahren 1866-1868 erbaut wurde. Ab Mitte der 70er Jahre drohte
ein Verfall. Zum Glück konnten erhebliche Renovierungsmaßnahmen
die Zerstörung dieses Gotteshaus aufhalten und heute kann sich
ein jeder Besucher an dem Anblick dieser neugotischen Kirche
erfreuen.




Evangelische Dorfkirche Landow (ev.)
Die
Backsteinkirche mit dem Fachwerkturm von 1733 stamm aus dem 15. Jh.. Durch
fehlende Bauunterhaltung zu DDR-Zeiten, mussten die Barocke Holzdecke
demontiert, sowie das sehenswerte Beicht- und Patronatsgestühl ausgebaut und
gesichert werden. Zu besichtigen ist noch der Altar von 1724. Durch den
offenen Dachstuhl verfügt die Kirche über eine besondere Akustik und wird im
Sommer für Konzerte und monatliche Gottesdienste genutzt.
Außergewöhnlich:
Nutzung als "Kultur- und Wegekirche"; Das um 1500 geschaffene
wertvolle Triumphkreuz ist heute im Gemeindezentrum Stralsund-Knieper West
zu besichtigen.



Schlosskirche
Putbus
Die Schlosskirche
von Putbus setzt sich von den Kirchen der Insel Rügen ab, gilt
als außergewöhnlich und wurde auf Initiative des Fürsten Malte
von Putbus erbaut. Ursprünglich diente diese den Badegästen als
Veranstaltungsort in dem auf dem Reizbrett geplanten Residenz-
und Kurort. Die Architekten August Stüler und Johann Gottfried
Steinmeyer orientierten sich an der italienischen Architektur
im klassizistischen Stil. Ab 1891 wurde dieses Gebäude zur
Kirche umfunktioniert, weil zum Einen der mit auf dem Hof
befindliche Kapelleraum durch den Schloßbrand zerstört wurde und
zum Anderen wurde die Putbus mitbetreuende Pfarrkirche Vilmnitz
einen eigenständige Kirchengemeinde. Das Kirchenhaus erhielt
einen dreistufigen Glockenturm im italienischen Stil, wobei die
Fassade unverändert blieb. Einige erhalten gebliebene
Ausstattungsstücke aus der alten Schlosskapelle bekamen ihren
neuen Platz in dem neu entstandenen Gotteshaus weltlichen
Ursprungs.




St.
Jacobi-Kirche Kasnevitz
Die markante und auf
der Insel Rügen von weitem gut sichtbare Dorfkirche in Kasnevitz
erhielt ihren schlanken, neugotischen Turm im Jahre 1864,
nachdem der alte Turm einstürzte. Diese spätgotische Kirche,
erbaut in der frühen Kirchengeschichte der Insel im
14.Jahrhundert, steht auf geschlagenen Findlingen.
Nur wenige
Ausstattungsteile konnten die Jahrhunderte überstehen. Erhalten
blieb der Altar des Künstlers Johann Artmes aus dem Jahre 1746. Die
Bronzegusstaufe und das Kirchengestühl gehören seit dem
19.Jahrhundert zum Inventar. Die im Jahre 1902, von B.Grüneberg, in
Stettin gebaute Orgel, wurde bereits im Jahre 1918 teilweise
erneuert.




St. Petri-Kirche Garz
Garz,
die älteste von vier Städten auf Rügen, wurde erstmals 1319
urkundlich erwähnt. Die St.Petri-Kirche im Ortsteil Wendorf,
erhebt sich über die Stadt in einem großzügigen Backsteinbau. Um
ca. 1350 erfolgte der Baubeginn, aber erst ein Jahrhundert
später wurde der quadratische Westturm fertig gestellt. Zu den
ältesten Stücken des Kircheninventars gehört der mit gerippten
Ornamenten verzierte Taufstein aus dem 13.Jahrhundert. Die
Oblatendosen, der Kelch u. Patene stammen aus der Zeit von
1645-1647. Die sechseckige Kanzel erbaute der Künstlers Hans
Broder, Anfang 1700 in einer Stralsunder Werkstadt. Elias Keßler
erschuf 1724 den Altaraufsatz.
Der bekannteste
Kirchenbesucher der letzten Jahrhunderte ist der in Groß Schoritz
geborenen Ernst Moritz Arndt, welcher auch in der Petri-Kirche Garz
getauft wurde.




St.
Marienkirche Poseritz
Poseritz liegt im
Süden des "Mutlandes" der Insel Rügen. Diese von der Landwirtschaft
geprägte Region, gehört zu den fruchtbarsten der Insel. Der dem Land
mühselig abgerungene Wohlstand spiegelt sich in diesem großzügig
angelegten Backsteinbau wieder. Der Baubeginn lag zwischen 1302 und
1325. Der Chor wurde im 14.Jahrhundert errichtet, der Turm 1450 und
dessen achtseitige Helm 1580.
Rund um Poseritz lagen einige
reiche Rittergüter, insbesondere aus der Linie "von Putbus" . Das
diese sich auch der Kirchengemeinde Poseritz wohlgesonnen waren, ist
aus der reichhaltigen Kirchenausstattung zu ersehen. So gibt es im
Fußboden eingelassene Grabplatten aus mehreren Jahrhunderten. Das
hölzerne Patronatsgestühl und das Triumphkreuz stammen aus dem
16.Jahrhundert, der spätbarocke Altar von 1703 und die Kanzel aus
dem Jahre 1755. Letztere wurden von dem Stralsunder Jakob Freese
geschaffen.



Kapelle Bessin
Im Jahre 1482
stiftete der Stralsunder Bürgermeister und Landbesitzer auf
Rügen, dem kleinen rügener Ort Bessin eine kleine, achteckige
Kapelle aus Backsteinen. Der Bau wurde im gleichen Jahr noch
beendet und die Kapelle blieb bis zum heutigen Zeitpunkt fast
unverändert. Im 17.Jahrhundert wurde ein kleiner Glockenerker
angebaut.
Die ungewöhnliche
Bauform der kleinen Bessiner Kapelle, war Vorbild für die weit aus
bekanntere Kapelle, des auf Arkona liegenden kleinen Fischerdorfes
Vitt, die aber erst über 300 Jahre später errichtet wurde. Der
Kanzelaltar wurde 1742, in der Stralsunder Werkstatt von Michel
Müller, geschaffen. Die Kirchengemeinde von Rambin verwaltet und
pflegt diese abgelegene Kapelle, in welcher kirchliche und
kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden. Weiterhin
bemüht sich ein Förderverein um den Erhalt dieser abgelegenen
Kapelle.


