Findlinge wurde schon von
unseren Vorfahren verehrt und vergöttert, wo sie
insbesondere für heidnische Zwecke und Opferbräuche
verwendet wurden.
Der Name
ist seit 1832 überliefert. Auf der Oberseite befinden sich
kleine Näpfchen aus der Bronzezeit. An den beiden
Längsseiten befinden sich die Negative von etwa einem
Dutzend herausgeschlagener frühgeschichtlicher Mühlsteine.
Die große Querrille stammt vermutlich aus dem Mittelalter,
wo man versuchte den Stein zu zerteilen, wie auch bei
anderen Findlingen Rügens. Sehr mystisch und schauderhaft
scheint die Theorie zu sein, dass dieser Stein für kultische
Zwecke genutzt wurde, wobei das Blut von Opfertieren den
Rinnen bis in die Auffanggefäße der Priester hinunterfloss.
Es sollte hiermit drohendes Unheil mehr oder weniger
abgewandt werden.
Eine Anektode
aus:
“Wanderungen durch Rügen“
Ludwig Theoboul Kosegarten
Düsseldorf 1800
“..............
Westlich von den Quotlitzer Bergen und
zwar am Fuße derselben mitten in einem tiefen weiten Tale,
welches ein erhabener Hügelring und niedrige Gesträuche
einschließen, findet man einen großen gewiss uralten
Opferstein —
eine
denkwürdiges Reliquie des frommen Wahnes unserer Vorväter.
Es ist ein großer roher Granitblock, dessen größte Länge
sechzehn Fuß, und größte Breite ungefähr zwölf Fuß betragen
mag. Nicht weit von dem einen Ende desselben ist quer über
den Rücken eine breite tiefe Furche eingemeißelt, welche als
eine ordentliche Rinne das dampfende Blut der über diesem
Steine geschlachteten Opfertiere (und Menschen) fast bis zur
Erde herableitete, wo der Priester als dann solches in
geweihten Schalen auffing und aus dessen Farbe und
Beschaffenheit die Geschichten der Zukunft las.“
Der oberhalb mit
Moos bewachsene "Opferstein von Quotlitz" liegt nordwestlich
der Ortschaft Gummanz, welche für das Kreidemuseum und dem
Naturlehrpfad ein Begriff ist. Dieses Museum währe zwecks
eines Besuches sehr empfehlenswert.
Am Besten
erreicht man den "grausig schönen" Findling Quotlitz
über einen Verbindungsweg zwischen den Ortschaften Neddesitz
und Nardevitz, auf halber Höhe in der westlichsten
Spitze des Nationalparks Jasmund, unweit eines Baches.