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Insel Rügen - Deutschlands größte Insel

  Findlinge - "Markt Stadt Bergen"      

 
Geotop: Größe Umfang Volumen Petrographie Herkunft Alter Lage:
G2 392 ca.3,5x3,0x1,3m ca.11,6 m ca. 8,0m³ nicht bestimmbar unbekannt nicht bestimmbar 54°25'09,81''N 13°26'01,42'' E

Im Mittelalter befand sich zwischen Markt und Kloster unter freiem Himmel der Gerichtsplatz, auf dem am Freitag von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Recht gesprochen wurde. 1803 erfolgte die Verlegung des Landesgerichtes aufs Festland, der Stein geriet in Vergessenheit und wurde überbaut. Beim Umbau des Ratskellers entdeckte man diesen Stein 1996, der als Rechtsstätte gedient haben könnte. Der geborgene Stein soll nun von dieser Stelle an einen wichtigen Abschnitt der Rechtsgeschichte Rügens erinnern.                                                                                                                                                              (Textquelle: Gedenktafel Findling Marktplatz Bergen auf Rügen)

Zwei Drittel dieses Findlings liegen heute sichtbar über der  Erdoberfläche. Die Herkunft und das Alter, dieses als Gneis eingestuften Findlings, lassen sich nur mit erheblichen Aufwand schwer bestimmen, denn bei der Entstehung wirkten nicht so hohe Temperaturen und Drücke auf diesen ein. Es konnten sich somit keine charakteristischen Merkmale, wie etwa bei der Entstehung von Granit, ausbilden.

Der Stein befindet sich heute ca.60m nördlich von der ursprünglichen Fundstelle entfernt, da die Umbauarbeiten des Ratskellers behinderte, aber als Sehenswürdigkeit und Denkmal der  Stadt Bergen erhalten bleiben sollte, wurde er umgebettet. Ursprünglich überbaut wurde er um 1700, als man eine "Schließerey" in Bergen errichten ließ. Eine "Schließerey" ist nichts anderes als ein Gefängnis. In diesem befanden sich in Bergen 2 Gefängniszellen und eine Wohnung für den Gefangenenwärter. Die Oberfläche wurde im Zuge der Baumaßnahmen des Gefängnisses höchstwahrscheinlich zerstört. 1996 untersuchte der Berliner Steinmetzmeister und Steinrestaurator Carlo Wloch diesen Findling und musste deutliche Zerstörungs- bzw. Arbeitsspuren feststellen. Man hatte damals versucht, durch ca. 30-40cm lange Bohrlöcher und mit Hilfe von Schwarzpulver, Stücke  von der Höhe abzusprengen. Weiterhin befindet sich am äußeren Rand ein Keilloch. Die Bedeutung und der Sinn ist fraglich, außer das dieses Loch für eine Halterung oder Befestigung gedacht gewesen ist. Aus Sicherheitsgründen liegt der Findling heute, mit der durch Bohrrungen zerklüfteten Gesteinsoberfläche, im Boden. Eine eiserne Gedenktafel informierte den Betrachter über die Geschichte dies Findlings.    

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